Univela Trophy 2021 in Campione del Garda

Univela Trophy 2021 am Gardasee mit Teilnehmer vom Yacht-Club Niedersachsen. Alex Meister belegt den 5. Platz von 45 Teilnehmern-Manfred Syrowy erreicht Platz  35.
Hier die Ergebnisliste: campione_univela_results_trofeo_univela_a_cat_a_cat_foil

Sie war überall bei den Seglern zu spüren: Die riesige Freude und Erleichterung darüber, nach zwei entbehrungsreichen Corona-Saisons endlich wieder einen halbwegs normalen internationalen Regattabetrieb aufnehmen zu können. 55 Boote aus 9 Ländern hatten zur Univela Trophy in Campione gemeldet, davon 46 Foiler und 9 Classics. Die Regatta entpuppte sich damit als größte A-Cat-Regatta, die im Jahr 2021 weltweit ausgetragen werden konnte.

Nicht nur die Zahl der Teilnehmer, auch die Qualität des Feldes war beeindruckend. Außer den spanischen, dänischen und britischen Cracks waren eigentlich alle europäischen Topsegler am Start, einschließlich des amtierenden Weltmeisters Mischa Heemskerk aus den Niederlanden. Die große Frage war: Konnte der Pole Jakub „Kuba“ Surowiec auf seinem Exploder erneut das Duell gegen Mischa mit seinem DNA gewinnen, so wie erst vor einigen Wochen bei der niederländischen Meisterschaft?

Um es kurz zu machen: Kuba segelte auch am Gardasee wie ein junger Gott. Fünf Laufsiege und ein zweiter Platz als Streicher sprechen eine deutliche Sprache. Mischa war allerdings der einzige, der ihm halbwegs Paroli bieten konnte. Er und Kuba segelten meist weit vor dem Hauptfeld, was sie vor allem ihrem exzellenten Bootspeed beim Am-Wind-Foilen verdankten. Zwar vermochte auch ein gutes Dutzend weiterer Segler am Wind zu foilen, doch so elegant und zugleich effizient wie Kuba und Mischa beherrscht es derzeit niemand sonst. An den Booten liegt es eher nicht: Die gesamte vordere Hälfte des Feldes trat mit aktuellem Topmaterial an. Es geht derzeit in erster Linie nur ums Feintuning der Foils und der Ruderverstellung – und um die entscheidenden Nuancen beim Bootshandling.

Taktisch ist der Gardasee bei Campione recht simpel: Wer zuerst an der Felswand ist, liegt in 90 Prozent aller Fälle an der Luvtonne vorne. Mischa und Kuba starteten immer nahe des Startschiffes und zählten in jeder Wettfahrt zu den ersten, die umlegen konnten. Schwierig gestaltete sich allerdings das Finden der Luvtonne. Univela setzt kleine Robotertonnen ein, die per GPS und kleinen Propellerantrieben am gewünschten Ort platziert werden können. Eine tolle Sache angesichts gewaltigen Wassertiefen am Gardasee, doch die Sichtbarkeit der Bojen ist miserabel. Die Layline hat kaum ein Segler je richtig getroffen. Wechselnde Windstärken der Ora zwischen vier und 18 Knoten machten es zudem erforderlich, schnell zwischen den verschiedenen Modi des A-Cat-Segelns umzuschalten. Insgesamt aber lieferte der Gardasee, was sich alle erhofft hatten: Tolle Segelbedingungen in einer grandiosen Bergkulisse.

Im kommenden Jahr wird die Europameisterschaft ebenfalls Ende September am Gardasee stattfinden, ausgerichtet wird sie vom Club in Arco und der deutschen Klassenvereinigung. Es freuen sich schon jetzt alle Segler darauf. Ob dann auch die australischen und amerikanischen Top Guns kommen können? Möge das Corona-Virus es nicht verhindern.

Bericht von Christian Stock